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Kreuzzug in Antiochia 1097-1098 -- die christlichen Krieger erreichen Antiochia

Die Ursache der Kreuzzüge liegt in der Westwärtsbewegung des Islam im Gefolge des Auftretens des Propheten Mohammed. Im 7. und 8. Jahrhundert eroberten islamische Krieger weite Teile Arabiens und Gebiete rund um das südliche Mittelmeer. Über mehrere Jahrhunderte bestimmten sie die Geschicke in Palästina. Zugleich erzeugten religiöse Fanatiker in Europa den Drang, Jerusalem, die heilige Stadt zu befreien. Interessant ist, dass vor 1000 Jahren der religiöse Wahn verstärkt von den sog. Vertretern des Christentums ausging. Mit Abscheu schauen wir auf Al Kaida und islamische Fanatiker und vergessen die blutige christliche Geschichte. Ohne Rücksicht auf Unbeteiligte wurde damals unglaublich brutal von Seiten der Vertreter des christlichen Glaubens vorgegangen. Wenn heute der Papst zu Frieden in der Welt aufruft, tut er dies mit Blut seiner Vorgänger an der Hand. Über Jahrhunderte war das Papsttum ein regelrechter Kriegstreiber. Es würde zu weit führen dies im Detail hier auszuführen. Nun zur Geschichte des 1. Kreuzzuges in Antiochia:

Im Oktober 1097 erreichten die ersten Kreuzfahrer die Nordgrenze Syriens. Der damalige Statthalter von Antiochia, Yagi Siyan, erfuhr davon und war sofort in Sorge, dass er die Stadt mit seinen wenigen Soldaten wohl nicht halten werde können. In den Jahren zuvor gab es zwischen den Seldschuken-Fürsten in den verschiedenen Städten Syriens immer wieder Streit und Auseinandersetzungen, so dass er auf Hilfe von außen nicht so leicht zählen konnte. Im Laufe des Jahres 1098 sollte Kerbogas von Mosul Antiochia helfen.

Besonders die 14 km lange Stadtmauer machte ihm Sorgen. Diese war kaum zu verteidigen und in der Stadt selbst waren die Seldschuken eine Minderheit. Die überwiegende Zahl der Bewohner waren Christen der verschiedensten Glaubensrichtungen. Um einen Aufstand in der Stadt der Christen zu verhindern, verwies er alle Priester, Mönche, aber auch alle christlichen Männer, der Stadt (16.10.1097). Zur gleichen Zeit bat er die Herren der umliegende Städte um Hilfe gegen das Kreuzfahrerheer. Bis nach Mosul und Bagdad sandte er Briefe. Bei vielen stieß er auf Ablehnung, allerdings kam aus Mosul und auch aus Damaskus später Hilfe.

Am 16./17.10.1097 verließ das Kreuzfahrerheer Marasch und machte sich auf den Weg nach Süden. Die ersten Kreuzfahrer, Robert von der Normandie und 1000 Ritter und 2000 Fußvolk, erreichten am 20.10.1097 den Orontes im Norden. Nun war Antiochia 2-3 Marschstunden entfernt. Die Brücke über den Orontes vor Antiochia war stark befestigt. Bis zu 100 Bogenschützen konnten von hier aus jeden Angreifer beschießen. Die Kreuzfahrer konnten daher diese Brücke nicht einfach einnehmen. Zudem erreichten über 700 Reiter aus Antiochia die Brücke, so dass sich auf beiden Seiten des Flusses ein erstes Gefecht entwickelte. Wenige Tage später erreichte das gesamte Heer den Orontes und in einem kurzen Kampf wurden die Brücke und der Fluss dann doch überquert. Dabei schwammen die Ritter samt Pferden durch den an nur wenigen Stellen tiefen Fluss. Am nächsten Tag begann die Belagerung der Stadt durch die Kreuzfahrer.

Aufgrund der Größe der Stadtmauer konnte selbst das große Kreuzfahrerheer die Stadt nicht ganz umfassen, so dass die Belagerung sehr lange dauerte. Über Monate waren Tore nicht bewacht, so dass ein Teilnachschub an Nahrungsmitteln für Antiochia organisiert werden konnte und ein Austausch an Informationen möglich war. Immer wieder gab es auch Ausbrüche und Überfälle auf den Nachschub des Kreuzfahrerheeres. Während des Winters 1097/1098 gab es bei den Belagerten und bei den Belagerern vor der Stadt eine Hungersnot, der zahlreiche Opfer forderte. Die Kreuzfahrer hatten die Umgebung der Stadt im Oktober und November regelrecht ausgeplündert, so dass im Winter kaum Vorräte vorhanden waren. Mehrere Goldstücke mussten für ein Brot aufgebracht werden. Daher wurde in der Stadt Leder gekocht und Blätter gegessen. Erst im Frühjahr besserte sich die Ernährungslage der Kreuzfahrer. Als sich im Sommer andeutete, dass ein arabisches Heer sich auf den Weg machte um die Kreuzfahrer zu stellen, mussten die Kreuzfahrer handeln und die belagerte Stadt erobern. Am 3.6.1098 gelang dies durch Mithilfe eines Torwächters, der den Kreuzfahrern half, auf einen Teil der Mauer zu gelangen. Im Laufe des Tages wurde die gesamte Stadt von den Kreuzfahrern erobert und die muslimischen Bewohner grausam getötet.

Wenige Wochen später wurden die Kreuzfahrer selbst in der Stadt belagert, da Kerbogas die Stadt erreichte. Da die Kreuzfahrer in der eroberten Stadt kaum Nahrungsmittel vorfanden, kam es wieder rasch zu Engpässen. Eine Entscheidungsschlacht mit Kerbogas musste her.

Die Entscheidungsschlacht um Antiochia begann am 28.6.1098, wobei die Kreuzfahrer aus der Stadt kamen und sich zur Schlacht aufstellten. Relativ schnell konnten sie mit ihren gepanzerten Rittern die Reihen Kerbogas lichten, so dass diese schnell flohen. Die Kreuzfahrer gewannen die Stadt und der neue Stadtherr wurde Boemund von Tarent. Während der Schlachten der Kreuzfahrer spielten religiöse Elemente bei den Christen eine große Rolle. So wurde ein heilige Speer in die Schlacht geführt. Weiße Ritter mit Gestalten aus der Bibel erschienen einigen usw...

Der Kreuzzug blieb bis zum 1.11.1098 in Antakya. Insgesamt hat die Belagerung der Stadt und die Abwehr des Heeres des Kerbogas aus Mosul über ein Jahr gedauert. Man hätte im späten Sommer schon früher in Richtung Palästina weiterziehen können, bevorzugte aber den Herbst, um der Trockenheit und Hitze zu entgehen. Um so ein großes Heer zu versorgen, mussten regelmäßig Raubzüge in die Umgebung unternommen werden. Dabei wurden andere, kleinere Städte, belagert und überfallen. Auch die Bauern aus der Umgebung wurden vollständig ausgeplündert. Am Ende des Jahres 1099 eroberten die Kreuzfahrer Jerusalem. Damit wurde der erste Kreuzzug zu einem "Erfolg". Er kostete sicherlich einer halben Millionen Menschen das Leben.

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