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Der Basar in Antakya

Basare sind etwas faszinierendes. Sie sind die Vorläufer der heutigen großen Einkaufstempel. An einem Ort konzentriert, können alle Produkte des täglichen, aber auch des langfristigen Bedarfs, erworben werden. Die Geschäfte in den Straßen sind meist geordnet. So finden sich in einer Straße überwiegend Juweliere, in einer anderen Schuhgeschäfte und in einer dritten Straße Gewürzhändler. Die Geschichte des Basars ist uralt. In Antakya dürfte der Vorläufer des Basars mindestens so alt sein, wie der Basar in Istanbul. Dieser wurde bereits 1461 von Sultan Mehmet II erbaut und hat bis heute seine Form nicht geändert. In Antakya gab es nie einen klassischen geschlossenen Basar, aber das Basarviertel dürfte mit bis zu 1000 Jahre alt sein. Wahrscheinlich gab es schon zu Zeiten der Seldschuken, als Kreuzfahrer die Stadt belagerten, eine basarähnliche Einkaufsmeile in der Stadt. Belegen lässt sich dies allerdings nicht. Die besondere Atmosphäre des Basars ist eine Mischung aus verschiedensten Menschen- und Völkergruppen, die mehr oder weniger kaufwillig durch die Gassen laufen. Doch auch der Handelsprozess, das Feilschen und das theatralische Schauspiel der Händler um den viel zu niedrigen Preis sind sehr interessant und ungewohnt. Das umfassende Warenangebot und verschiedenste Gerüche und Geräusche sorgen für eine einzigartige Basarstimmung. Aus heutiger Sicht ist der Basar eine sehr kluge Einrichtung, die Angebot und Nachfrage geschickt an einen zentralen Handelsplatz zusammenführt. Dadurch können große Mengen zu kleinen Preisen abgesetzt werden. Alle Seiten haben dadurch Vorteile: Der Händler kann große Mengen absetzen, ohne weitere Transportkosten zu haben und der Käufer profitiert von den niedrigen Preisen. Ökologisch kommen noch andere Vorteile hinzu. Ich hatte die Gelegenheit, eine Langfristmessung der Temperaturen im Basar in Antakya durchzuführen. Selbst bei der größten Sommerhitze ist es im Basar angenehm luftig und im Herbst und Winter sind die Temperaturen nur selten zu kühl. Ein besseres Shoppingklima gibt es kaum, wie die folgenden Temperaturkurven einer Messung im Sommer zeigen:

 

(1) Messung in einem Kaufhaus

 

 

(2) Messung auf dem Basar

 

Im modernen Shoppingzentrum wird mit erheblichem Einsatz von Energie (Klimaanlage) ein mehr oder weniger gutes Klima garantiert. Meist ist es im Sommer zu kühl und im Winter zu warm.

Auch die Luftqualität ist im Basar besser. Die Co2-Werte der Luft sind im Basar im Vergleich zur Außenluft nur geringfügig erhöht. Co2-Werte stehen für die Luftqualität (verbrauchte Atemluft/Abgase durch alle Arten von Verbrennungsprozessen). In Shoppingzentren sind diese Werte deutlich höher. Der uralte Basar ist ökologischer und er bringt der lokalen Wirtschaft etwas. In modernen Shoppingzentren bieten nur die überregionalen oder internationalen Ketten ihre Produkte an.

 

 
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